ASP – Zaubererbruder LIVE

By theblackbitch

Ein Konzert, ein Moment der für viele Menschen etwas ganz besonderes bedeutet. Oft ist es auch für Band selbst eine ganz besonderer Augenblick Ihres Schaffens. Wenn man dann, so wie die Band ASP, auch noch von gewohnten Bahnen abweicht wird dieser Moment auch zu einer Herausforderung der besonderen Art. Doch gerade bei ASP darf der Besucher immer gespannt sein voller Vorfreude, gestaltet sich doch kein Konzert wie das vorherige. So war auch die Ankündigung, das die große Herbsttour im Oktober keine Rock-Tour wird. Vielleicht war deshalb beim dies jährigen Méra Luna die Hauptbühne gut besucht, immerhin gaben ASP dort ihr letztes Rock-Konzert für mehr als 1 Jahr. Den die obligatorische Tour im Frühjahr fällt flach, da man sich intensiv auf das nächste Album konzentrieren wolle.

Doch nun stand erst einmal die Konzertreise zum Album „Zaubererbruder“ an. Um dieses geniale Meisterwerk unter den CD´s auch angemessen Live präsentieren zu können, hat man sich gegen den Rock entschieden und eine Unplugged Tour auf die Beine gestellt. Anfangs noch etwas betrübt darüber nachgedacht, war ich doch guter Hoffnung, da ich diese Band alles zutrauen würde. Im nach hinein muss ich sagen, das dies die einzig richtig Entscheidung war. Besser und würdevoller hätte man eine Tour zu dieser tollen Platte nicht beschreiten können.

Der Ort meines Besuches war das Kapitol in Offenbach. Wir haben uns sehr frühzeitig Karten für den oberen Rang gesichert, von wo aus wir uns einen besseren Blick erhofften. Der Vergleich über die Blickqualitäten fehlt mir zwar, dennoch waren unsere Plätze so gut, das absolut nichts vor uns verborgen blieb. Etwas schade ist es dennoch das es nicht gestattet war unsere Gekauften Getränke mit an den Platz zu nehmen. Während des Konzertes gab es zwar eine Pause, aber eine Cola zu solchen Preisen will ich nicht hastig abstürzen müssen. Dem Konzert selbst jedenfalls hat dies keinen Abbruch getan.

Ohne viel Geplänkel versammelten sich die Frankfurter um den charismatischen Frontmann ASP auf der Bühne. Mit dabei waren auch einige Gastmusiker, welche das Quartett erfolgreich mit Cello, Violine und sonstigen Instrumenten unterstützen. Der Erfolg welcher ASP wiederfährt erkennt man meines Erachtens nach sehr gut an der Bühnen Deko, denn die Banner, welche nicht gerade günstig sind, werden immer größer. Doch für diese Tour hatten ASP etwas ganz besonderes im Gepäck. Neben einem Projektor, welcher in unregelmäßigen Abständen ein, sich drehendes, Mühlenrad durch die Halle projezierte, hatten die Frankfurter mehrer großformatige Drucke der Artworks aus dem Booklet zu Zaubererbruder aufgebaut. Diese wurden mit unterschiedlichen Lichtern bestrahlt, was dem ganzen eine unglaublich tiefe und dichte Atmosphäre gab.

Etwas mehr als eine Stunde gaben ASP Lieder des neuen Albums wieder und zeigten auch die alten Klassiker im neuen Gewand. Für große Begeisterung dürfte sicherlich die Darbietung von Varietée Obscour gewesen sein, ist dies doch ein Lied, welches noch nie Live gespielt wurde. Insgesamt betrachtet lieferten ASP hier wirklich alles Songs die für ein solchen Abend wichtig waren. Krabat oder Demon Love sind dabei nur zwei.

Insgesamt 3 mal kamen sie auf die Bühne zurück um Zugaben zu geben. Sogar der Evergreen „Ich will brennen“ bekam durch das fehlen der elektronischen Verstärkung einen ganz neuen Reiz. ASP selbst zeigte sich von seiner besten und auch überaus witzigen Seite und präsentierte zwischen den Liedern einen Gag nach dem anderen. Matze überzeugte wie immer gekonnt an der Gitarre. Diesmal gab es sogar einen fliegenden Wechsel. Bei einem Song wurden für Refrain und Strophe verschiedene Gitarren verwendet. Durch die gelungene Hilfe des menschlichen Gitarrenhalters konnte so ein fließender, fliegender Wechsel vollzogen werden, welcher mit viel Beifall gewürdigt wurde.

Eine ganz besondere Überraschung jedoch war der Gitarrenbauer von Matze selbst. Durfte er doch schließlich für einen Song auch hoch auf die Bühne und mit musizieren. Auch dies wurde mit viel Freude und Begeisterung entgegen genommen.

Alles in allem war es ein ganz besonderer Konzert Abend, bei welchem die Hauptband, sowie Ihre überaus talentierten Gastmusiker auf voller Linie überzeugen konnten.

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